Die Austauschschüler-AG (ATS-AG)

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Aktivitäten momentan leider nur sehr eingeschränkt möglich. Einen Überblick über uns und unsere Ziele und Aktivitäten haben wir trotzdem für Euch/Sie. Viel Spaß.

 

Wer sind wir?

Nachdem Defizite bei der Integration der Austauschschüler aufgefallen waren, entstand 2003 die Austauschschüler-AG unter der Leitung von Herrn Schmidt und Herrn Wilms. Ziel war es Kontakte und Freundschaften zwischen Austauschschülern verschiedener Organisationen und Länder herzustellen und gemeinsame Aktivitäten durchzuführen. Darüber hinaus informieren wir auch über die Möglichkeiten eines Austausches und teilen unsere Erfahrungen mit Eltern und Schülern.

 

Unsere Ziele:

  • Bessere Integration der Gastschüler in das Schulleben, um ihnen den Start zu erleichtern und freundschaftliche Kontakte zu deutschen Schülern und anderen Austauschschülern aus der Region aufzubauen.
  • Informationen für an einem Austausch interessierte Schüler und deren Eltern bereitstellen.
  • Motivation für Schüler, selbst an einem Austausch teilzunehmen
  • Spaß bei gemeinschaftlichen Aktionen
  • Kontakt zu Mitschülern im Ausland und ehemaligen Inbounds halten


Aktivitäten:
Die ATS-AG organisiert jedes Jahr eine Vielzahl unterschiedlichster Aktivitäten, wie z.B.

  • Infoveranstaltungen/ Infobrett
  • Verschiedenste Ausflüge (Städtebesichtigungen, Sportveranstaltungen etc.)
  • Unter verschiedenen Mottos stehende Gemeinschaftsveranstaltungen wie "Nikolausabende’’, Tischkickerturnier, Grillabende etc.

 

Organisationsform:

  • Planung und Durchführung durch Schüler des E- und  Q-Jahrgangs
  •  Herr Schmidt fungiert als Ansprechpartner und Koordinator


Finanzierung:

  • Größtenteils Eigenfinanzierung; geringer Spendenanteil

Ansprechpartner

Herr Schmidt und Herr Appel

Meine Austauschzeit in Frankreich

Hallo, mein Name ist Runa und ich habe mit 15 Jahren einen sechsmonatigen Schüleraustausch vom 28. Februar bis zum 21. August 2020 nach Frankreich gemacht. Die Idee hatte ich schon seit einigen Jahren, als ich Berichte von anderen Jugendlichen hörte, die einen ähnlichen Austausch gemacht hatten. Da ich auch in Französisch nicht sehr gut war, dachte ich, es wäre auch ein guter Weg, um diese Sprache zu lernen. Danach habe ich auch einige Infoveranstaltungen an meiner Schule besucht, wo sich Organisationen, die einen Austausch anbieten, vorgestellt und Jugendliche von ihren Erfahrungen berichtet und Fragen beantwortet haben.

Auf so einer Veranstaltung bin ich dann auf die Organisation „En Famille international“ aufmerksam geworden, mit der ich später meinen Austausch gemacht habe. Sie besteht seit 40 Jahren und hat ihren Hauptsitz in Frankreich. Sie ist auch nicht so teuer wie andere Organisationen, da beide Familien zu gleichen Teilen an dem Austausch beteiligt sind. Das Programm dieser Organisation beinhaltet einen zweiteiligen Austausch in verschiedene Länder für Kinder von 8 bis 15 Jahren. Anhand der vom Austauschkind und seiner Familie ausgefüllten Formulare und eines „Steckbriefes“ werden zwei etwa gleichaltrige Kinder ausgewählt, um ein Jahr gemeinsam zu verbringen, davon sechs Monate abwechselnd im Land des anderen. Dafür muss das alte Leben für diese Zeit hinter sich gelassen werden, um vollständig in die neue Sprache und Kultur des fremden Landes einzutauchen. Oft entstehen dabei Freundschaften fürs Leben.

Ich habe mich gleich für einen Frankreichaustausch beworben und entschieden, als Erste zu meiner neuen Familie ins Ausland zu gehen. Nach einiger Wartezeit wurde dann eine passende Familie aus Pontivy in der Bretagne gefunden. Dann ging alles sehr schnell und wir haben uns direkt mit dieser in Kontakt gesetzt, um alles Nötige zu regeln, wie zum Beispiel ein Anreisedatum und Art der Anreise. Bevor es losging, mussten schnell noch wichtige Arzttermine wahrgenommen und benötigte Dinge besorgt werden. Eh ich´s mich versah, saß ich auch schon im Auto auf dem Weg ins bisher größte Abenteuer meines Lebens.

Als wir dann am vereinbarten Treffpunkt an der deutsch-französischen Grenze ankamen, haben wir mein Gepäck umgeladen und ich habe mich von meiner eigenen Familie verabschiedet. Es war schon seltsam zu wissen, dass ich meine Eltern und Geschwister jetzt für sechs Monate nicht sehen würde und wir nur einmal die Woche miteinander telefonieren konnten. Denn um die neue Sprache bestmöglich zu lernen, durfte ich weder mein deutsches Handy noch sonstige deutschsprachige Bücher oder Texte mitnehmen. Mit meinen Freunden konnte ich also auch nur Briefe schreiben, und das erst nach dem ersten Monat. Ich hatte aber nicht viel Zeit zum traurigsein, denn kaum waren wir losgefahren, wurden mir auch schon Fragen gestellt. An diesem ersten Abend mit meiner neuen Familie gab es Pizza, das weiß ich noch genau. In meiner ersten Woche in Frankreich hatten wir noch Ferien, danach ging die Schule los. Ich war sehr aufgeregt und hatte auch ein bisschen Angst. Um schnell Kontakte zu knüpfen und einen eigenen Freundeskreis aufzubauen war ich nämlich nicht mit meiner Gastschwester in einer Klasse, sondern ging in eine Parallelklasse und war somit ganz auf mich allein gestellt. Die meisten aus meiner Klasse waren aber sehr nett und haben mir oft geholfen, denn zu Anfang habe ich kaum ein Wort verstanden. Das wurde jedoch von Woche zu Woche ein bisschen besser. Die Schule in Frankreich ist auch ganz anders als meine Schule in Deutschland. Der Unterricht dauert viel länger, bis 16.40 Uhr nachmittags. In der Schule gibt es deshalb eine Kantine, in der alle Schüler zum Mittag essen (das Essen war übrigens nur selten lecker).

 

Alle waren von Anfang an sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt, so dass ich schnell Anschluss gefunden habe und sich daraus Freundschaften entwickeln konnten. Meistens haben wir uns nur unterhalten und haben in der Schule gemeinsam gegessen. In den Ferien haben wir uns auch manchmal getroffen und waren zusammen im Schwimmbad oder im Kino.

Auch in meiner neuen Familie konnte ich mich schnell integrieren. Ich habe einfach das gemacht, was die anderen gemacht haben: im Haushalt helfen, den Tisch decken und abräumen, und so weiter. In unserer Freizeit haben wir oft Video- und Gesellschaftsspiele gespielt. Einmal in der Woche waren wir auch zusammen beim Reiten. Das war manchmal etwas kompliziert, da ich einige Kommandos nicht auf Anhieb verstanden habe. Beim Abendbrot haben wir uns dann immer über den Tag unterhalten. Am Wochenende haben wir manchmal Ausflüge zu Verwandten ans Meer gemacht. Dort haben wir Kinder auch ein paar Wochen in den Ferien verbracht. Außerdem hat meine Gastfamilie mit mir Paris besucht, wo wir uns viele Sehenswürdigkeiten angesehen haben.

Natürlich gab es viele Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Frankreich. Zum Beispiel sind die Sommerferien in Frankreich länger als bei uns und die Strände in der Bretagne sehen auch ganz anders aus. Der Alltag allerdings ist in beiden Ländern ziemlich gleich. Zum Frühstück gibt es natürlich Baguettes. Ich habe in den Ferien sogar einen Baguette-Automaten entdeckt. Er funktioniert wie ein Kaugummiautomat: Man schmeißt ein bisschen Geld rein und unten kommt ein Baguette raus.

Die Coronaregeln sind in Frankreich allerdings ein bisschen strenger als bei uns. Als ich dort ankam, waren die einzigen Geschäfte, die geöffnet hatten, Supermärkte. In der Schule musste man eine Maske tragen und durfte sie nicht einmal draußen auf dem Hof abnehmen. Testen mussten wir uns dort allerdings nicht. Es gab auch einen kurzen Lockdown und wir hatten zwei Wochen vor den Osterferien Homeschooling.

Das hat meinen Austausch jedoch nicht weniger schön gemacht. Meine Zeit in Frankreich und auch die Zeit, die ich mit meiner Austauschschwester noch hier in Deutschland verbringen werde, werde ich nie wieder vergessen, denn dieser Austausch war das bisher Beste, das ich je erlebt habe. Ich habe viel von dieser Reise mitgenommen, wie viele schöne Erinnerrungen, neue Freundschaften und eine neue Sprache. Auch mein persönlicher Horizont wurde erweitert: Ich bin nun viel selbstbewusster und erfahrener als vorher. Natürlich werde ich mit meiner Austauschschwester und ihrer Familie, sowie mit meinen neuen Freunden in Kontakt bleiben. Ich hoffe ich kann sie alle im nächsten Jahr besuchen.