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Klimakonferenz, ein Planspiel

Gespeichert von ws am/um 17. Januar 2014 - 6:29

Klaus-Harms-Schule - Klimakonferenz im Klassenzimmer


vom 16. Januar 2014
Aus der Redaktion des Schlei-Boten
Die Klaus-Harms-Schule nimmt an einem bundesweiten Wettbewerb zu digitaler Bildung teil und simuliert Klimakonferenzen. Der Hauptgewinn: 20.000 Euro für eine komplette Online-Ausstattung.  In Form eines Steckbriefes präsentieren Lisa Schmeiduch (links) und Dorothee Petersen die Volksrepublik China als bevölkerungsreichsten Staat der Erde.


Foto: U. Köhler
Souverän leiten Jan Vollersen und Hanno Reese, beide 16 Jahre, die Klimakonferenz, ein Planspiel im „digitalen Klassenzimmer“ der Klaus-Harms-Schule. Sie lassen ihre Mitschüler die Interessen der teilnehmenden Länder – USA, Somalia, Polen, Japan, China, Brasilien, Malediven und Deutschland – vertreten sowie andere Klassenkameraden, die „Greenpeace“ repräsentieren, zu Wort kommen. Dahinter steckt der bundesweite Wettbewerb „Ideen bewegen“ der Initiative „Digitale Bildung – Neu denken“. Die Klaus-Harms-Schule gehört zu den 50 ausgewählten Schulen, die daran teilnehmen dürfen.
In den Länder-Steckbriefen, die die Gymnasiasten zusammengestellt haben, geht es nicht nur um den Ist-Zustand, sondern auch darum, was sie zu tun gedenken, um Schadstoff-Emissionen zu dezimieren und den Klimawandel aufzuhalten – im Interesse der Welt und ihrer Menschen. Besonders eindringlich kommt da die Forderung der Malediven rüber. Deren Vertreter mahnen eine drastische Einschränkung der Emissionen an, damit der Meeresspiegel nicht weiter steigt und „wir untergehen“. Von polnischer Seite wird der Vorwurf, Europas „Klimabremser“ zu sein, entschieden zurückgewiesen, und verdeutlicht, dass wirtschaftliche Interessen an erster Stelle stehen. Die „Greenpeace“-Repräsentanten Nils Sundermann-Plassmann (17), Jan-Hendrik Siemen (17), Mareike Hoeck (16) und Johanna Kaufheld (17) hingegen machen unmissverständlich klar: „Wir müssen handeln.“ Zu Wort melden sich für China Lisa Schmeiduch und Dorothee Petersen, beide 16. Sie prangern die schlechte Luftqualität an und wollen die Emission bis 2025 senken. In einem Nebensatz klagen sie an, dass andere Länder der Kosten wegen ihre Produktionen nach China verlagern, das trage dann zu erhöhten Emissionswerten bei. Da kommt der Konferenzleitung die Aufgabe zu, einen Konsens zu schaffen – ein schwieriges Feld, wie zuletzt der Klimagipfel in Warschau zeigte, als es galt, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen.
Mit Hilfe eines digitalen Klassenzimmers – Tablet-Computer für Schüler und Lehrkräfte, ein interaktives 65-Zoll-Display und weiteres Equipment – bereiteten die Schüler im Rahmen des Projekts „Simulation einer Klimakonferenz“ drei Konferenzen vor. Daran beteiligt waren fächerübergreifend im Geografie- und Wirtschaft/Politik-Unterricht sechs Oberstufenklassen. Dabei nutzten sie die Tablets, um sich vor der Konferenz im Internet mit einem ihnen zugelosten Land und dessen Position in der Klimadiskussion vertraut zu machen: Verursacher oder Betroffener des Klimawandels? Weiter ging es darum, welche Ziele welches Land bei der Konferenz erreichen will, wer ähnliche Interessen hat, wo Allianzen geschmiedet werden können. Während der Konferenzen wurden die Tablets eingesetzt, um über das große Display multimedial Zusammenhänge darzustellen. Betreut wurden die Schüler von den Fachlehrerinnen Serena Archut, Petra Gershoff-Dankers und Annelene Pinn.
Für alle, die am Unterrichtsprojekt der besonderen Art mitwirkten, steht fest, dass das „für uns ein Gewinn ist“. So sieht es auch Schulleiter Thomas Hellmuth. Für die 850 Schüler des Kappelner Gymnasiums, sagt er, gelte es, sich auf den Weg in die digitale Zukunft zu begeben. Was die dafür erforderliche Ausstattung betrifft, seien die erste Schritte bereits eingeleitet worden. Übrigens: Die besten Projekte des Wettbewerbs werden prämiert. Mit etwas Glück könnten die Zehnt- und Elftklässler ein komplettes digitales Klassenzimmer im Wert von rund 20.000 Euro gewinnen. Doch noch ist der Wettbewerb nicht beendet.


Für die Schüler, durchweg erfahren mit Smartphone und Internet, gibt es, wie Jan Vollersen und Hanno Reese anmerkten, keine Berührungsängste mit dem digitalen Klassenzimmer. Das, sagen sie, sei eine spannende Alternative zum Lernen aus Büchern und biete viele Vorteile. Für sie sei das eine spannende Sache. Sie sagen aber auch, dass bei alledem der persönliche Dialog nicht zu kurz kommen dürfe.